Allgäuer Zeitung

  1. Freiheitsberaubung - Es war eine spektakuläre Aktion von Polizei und Feuerwehr, bei der im Februar 2017 auch eine Drehleiter zum Einsatz kam: Eine 19-jährige Türkin wurde damit vom Balkon ihrer elterlichen Wohnung geholt, in der sie angeblich seit Oktober 2016 gegen ihren Willen festgehalten worden sein soll. Hintergrund war offenbar, dass die junge Frau eine bevorstehende, arrangierte Heirat mit einem Landsmann nicht akzeptieren wollte. Ihre Eltern mussten sich jetzt wegen Freiheitsberaubung vor dem Kaufbeurer Schöffengericht verantworten. Trotz deutlicher Verdachtsmomente reichte hier die Beweislage nach Einschätzung aller Verfahrensbeteiligten nicht für eine Verurteilung wegen eines Verbrechens aus. Ein solches liegt vor, wenn eine Freiheitsberaubung länger als eine Woche dauert. Weil im vorliegenden Fall in einem Urteil wohl nur der Vorfall vom Tag des Polizei-Einsatzes geblieben wäre, wurde das Verfahren schließlich eingestellt.
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  2. Rekord - Rekordverdächtig oft sind die Allgäuer Bergwachtler im vergangenen Jahr zu Einsätzen ausgerückt – bei Wind und Wetter, Schneesturm und Lawinengefahr, bei Tag und Nacht. Insgesamt waren es 2734 Einsätze gegenüber 2465 ein Jahr zuvor. Die Allgäuer Bergwacht, sagte Regionalleiter Peter Eisenlauer bei der Jahresversammlung in Immenstadt, sei „in gewisser Weise ein Markenzeichen“. Dieses stehe für „hohe Qualität und Zuverlässigkeit“. Damit man den Erwartungen und Ansprüchen gerecht werde, lege die Allgäuer Bergwacht traditionell viel Wert auf die Aus- und Weiterbildung. Nach Angaben von Michael Gimbel, stellvertretender Regionalleiter, ereigneten sich 75 Prozent der Unfälle beim Wandern, was nicht weiter verwunderlich ist: Schließlich sind die meisten Menschen, die sich im Gebirge aufhalten, auf Schusters Rappen unterwegs. „Extrem auffällig“ nannte Gimbel die Zunahme der Rodelunfälle im vergangenen Winter.
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  3. Straftat - Kurz vor Ladenschluss wurde der Diebstahl-Alarm in einem Geschäft im Lindau-Park ausgelöst. Bei der Kontrolle der Handtaschen wurden sechs Paar Schuhe aufgefunden, deren Sicherung den Alarm ausgelöst hat. Die beiden weiblichen Jugendlichen hatten bei ihrem Diebeszug durch mindestens fünf verschiedene Geschäfte im Lindau-Park eine Beute im Gesamtwert von ca. 650 Euro erbeutet. Die Masche der beiden: Nach dem Füllen der Handtaschen wurde das Diebesgut in einem der Schließfächer gebunkert, bevor es in das nächste Geschäft ging. Dies scheiterte dann letzten Endes bei dem Diebstahl der Schuhe. Nach der Verständigung der Eltern und einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurden die beiden Mädchen wieder entlassen. Die beiden erwartet eine Strafanzeige.
  4. Teurer Ausflug - Ein abendlicher Ausflug aufs Burgberger Hörnle im Grüntengebiet kann für einen 20- Jährigen und seine ein Jahr ältere Begleiterin teuer werden. Die beiden wollten am späten Mittwochnachmittag den 1497 Meter hohen Gipfel über wegloses Gelände besteigen. Schließlich gerieten sie in felsdurchsetztes Steilgelände und kamen nicht mehr weiter. Weil sich zudem das Wetter verschlechterte, riefen sie in ihrer Not gegen 18 Uhr per Handy um Hilfe. Bergwachtler aus Sonthofen bargen die beiden mit Hilfe des Hubschraubers unverletzt per Seilwinde. Generell gilt laut bayerischer Bergwacht: Wenn ein Patient verletzt ist, kommt für Bergung und Abtransport im Inland generell die Krankenkasse auf. Diese zahlt aber nicht, wenn ein Geretteter unverletzt ist. Laut Roland Ampenberger von der Bayerischen Bergwacht unterscheidet die Organisation zwischen kleinen, mittleren und großen Einsätzen. Für kleine Hilfsleistungen wird eine Pauschale von 280 Euro fällig, mittlere Einsätze kosten 565 Euro, große 1125 Euro. Die Obergrenze für richtig große Einsätze – beispielsweise für eine intensive Suchaktion – liegt bei 2500 Euro pro Tag. Noch teurer kann es werden, wenn auch der Hubschrauber im Einsatz ist. Je nach Betreiber werden für den Helikopter-Einsatz 50 bis 80 Euro pro Flugminute berechnet.
    Mehr über das Thema erfahren Sie in der Freitagsausgabe unserer Zeitung vom 27.04.2018. Die Allgäuer Zeitung und ihre Heimatzeitungen erhalten Sie
  5. Modellprojekt - Ein im Oberallgäu gestartetes Modellprojekt soll das autonome Fahren von elektrisch betriebenen Bussen ein Stück weiter voranbringen. Im Rahmen des mit EU-Geld geförderten Vorhabens war jüngst ein spezielles Messfahrzeug im Hintersteiner Tal bei Bad Hindelang sowie im Stillachtal bei Birgsau, südlich von Oberstdorf, unterwegs. Die Aufzeichnungen des Messfahrzeugs dienen dazu, die beiden Streckenabschnitte in den Gebirgstälern virtuell darstellen zu können. „Mit der genauen Kartierung und Bewertung der Strecken, wie sie im Rahmen des Interreg-Kleinprojekts geschieht, kann die Straße am Computer simuliert und Fahrzeuge zunächst virtuell getestet werden“, erklärt Simon Steuer. Er ist Klimaschutzbeauftragter im Oberallgäuer Landratsamt. Die beiden Strecken bei Oberstdorf und Hinterstein sind wegen des Naturschutzes für Autos gesperrt. Nur öffentliche Busse verkehren dort – derzeit noch mit Dieselmotoren.
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  6. Körperverletzung - Zu einer handfesten Auseinandersetzung, bei der angeblich auch ein Messer im Spiel gewesen sein soll, kam es in der Nacht auf Donnerstag kurz nach Mitternacht zwischen zwei alkoholisierten Männern in der Zeppelinstraße. Dort kam es aus bislang ungeklärter Ursache zwischen einem 30-Jährigen und einem 36-Jährigen zu einer Tätlichkeit. Anschließend begab sich der 30-Jährige zu Fuß zum Polizeirevier, um Anzeige zu erstatten. Die hinzugerufenen Rettungssanitäter brachten den Mann zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Seinem Kontrahenten, der sich noch in der Wohnung des 30-Jährigen aufhielt, erteilten die Beamten einen Platzverweis.
  7. Randale - Wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigung muss sich ein 27-Jähriger aus Isny im Allgäu verantworten, der vergangene Woche am Mittwoch gegen 02:30 Uhr die städtische Notunterkunft in der Lohbauerstraße beschmierte. Neben diversen Schriftzügen wie "ANTI ANTIFA, NSDAP UND SS" schmierte der dringend Tatverdächtige auch ein etwa 50 X 50 Zentimeter großes Hakenkreuz an die Wohnung, in der ein Asylbewerber untergebracht ist. Zudem entleerte der 27-Jährige einen Mülleimer und warf Unrat durch das Fenster in den Wohnraum.
  8. Unfall - Zum Glück keine schweren Verletzungen erlitt eine 56-jährige Rollerfahrerin am Dienstagnachmittag gegen 14:15 Uhr bei einem Verkehrsunfall in der Friedrich-Ebert-Straße in Wangen. Die Frau war in Richtung Ravensburg gefahren und hatte wegen stockenden Verkehrs vor der Einmündung Ebnetstraße anhalten müssen. Sie fuhr anschließend an einem vor ihr stehenden Auto links vorbei, um auf die Linksabbiegespur zu gelangen und in die Ebnetstraße abbiegen zu können. Hierbei wurde die 56-Jährige vom Auto einer 26-jährigen Autofahrerin erfasst, die von einem Firmengelände kommend in die Friedrich-Ebert-Straße einfuhr. Beim Zusammenprall der beiden Fahrzeuge stürzte die Rollerfahrerin auf die Straße und zog sich diverse Prellungen und Schürfungen zu. Sie wurde vom Rettungsdienst zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden am Motorroller beläuft sich auf rund 2.000 Euro, der am Auto auf etwa 3.000 Euro.
  9. Betrugsmasche - Am gestrigen kam es wieder mehrfach zu Anrufen von falschen Polizeibeamten im Stadtgebiet Lindau. Die Betrüger geben sich hierbei als Polizeibeamte aus, und versuchen durch Vorspiegelung polizeilicher Maßnahmen arglose, vornehmlich ältere Menschen, nach Bargeld- und Schmuckbeständen auszufragen. Die Masche zielt darauf ab, dass das Betrugsopfer seine Wertgegenstände an den falschen Polizeibeamten aushändigt. Die angerufenen Bürger schöpften rechtzeitig Verdacht und alarmierten die Polizei. Noch einmal weist die Polizei Lindau darauf hin, dass kein echter Polizeibeamter sich am Telefon nach Wertgegenständen erkundigen, oder die Herausgabe verlangen würde. Sprechen Sie das Thema bei gefährdeten Personenkreisen an. Besteht ein Betrugsverdacht informieren Sie bitte umgehend die Polizei unter der Tel.-Nr. 08382/910-0 oder unter der Notrufnummer 110.
  10. Frühling - Nach knapp fünf Monaten endet kommenden Dienstag (1. Mai) am Nebelhorn die Skisaison mit einem Livekonzert der Kerberbrothers Alpenfusion im Rahmen des Kemptener Jazzfrühlings. Während in den Hochlagen am Allgäuer Hauptkamm noch sehr viel Schnee liegt, sind südseitige Bergwanderungen bis in mittlere Lagen bereits gut möglich. „Nordseitig muss man aber schon ab 1200 bis 1300 Metern mit Schnee rechnen“, sagt Moritz Zobel von der Alpininfo in Oberstdorf. Oben liege auf jeden Fall mehr Schnee als in den vergangenen Jahren. Berg- und Skitouren in höheren Lagen setzen alpine Erfahrung voraus. „Insbesondere ist auch die im Tagesverlauf ansteigende Lawinengefahr zu beachten“, sagt Alpinberater Zobel. Laut bayerischem Lawinenwarndienst sollten Skitouren jetzt früh begonnen werden und möglichst noch vor Mittag beendet sein. Weiter unten öffnen die ersten Hütten und talnahen Alpen. Auch viele Bergbahnen sind wieder in Betrieb oder starten kommendes Wochenende in die Sommersaison. Unter anderem öffnet am Samstag die Alpsee Bergwelt zwischen Immenstadt und Oberstaufen.
    Mehr über das Thema erfahren Sie in der Mittwochsausgabe unserer Zeitung vom 25.04.2018. Die Allgäuer Zeitung und ihre Heimatzeitungen erhalten Sie